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Was ist Marionettentheater?

Der Kaiser und die Nachtigall

 

 

.......Vorlage für die Inszenierung ist das Märchen „Die Nachtigall“ von Hans Christian Andersen. Es wurde von Thomas Zürn und Peter Ross für das Marionettentheater bearbeitet und bewegt sich nahe an der literarischen Vorlage.

Die zentrale Figur des Stückes, der Kaiser, wird als kindlicher Charakter dargestellt, der sich als Identifikationsfigur zwischen zwei Polen bewegt: dem der echten Nachtigall mit ihren in der literarischen Vorlage verankerten Bezügen zu Liebe, Natur, Kindsein, Volk und Kreativität auf der einen Seite und dem der künstlichen Nachtigall, mit ihrem Stehen für Technik, Rationalität, Machtstruktur, Reichtum und Erwachsenenwelt

 

Neben der menschlichen Dimension bietet der Stoff auch eine gesellschaftliche und politische Relevanz und wirft interessante Fragen bezüglich des Verhältnisses von Regierungen und Volk auf, im Besonderen auch im Hinblick auf die chinesische Kultur, deren Beschreibung sowohl formal als auch inhaltlich Ausgangspunkt des Märchens von H. C. Andersen ist.

In Anlehnung an die chinesische Denkweise vermeidet Andersen in seinem Märchen auf jegliche negative Darstellung einzelner Charaktere und jegliche offene Kritik, ohne dabei auf eine klare Stellungnahme in ethischen und gesellschaftlichen Fragen zu verzichten.

Diese feine, auf Harmonie bedachte Erzählform dient als Grundhaltung und Orientierung in der bildnerischen und dramaturgischen Umsetzung des Stoffes. Sie bietet dem Zuschauer einen Ansatz zur Auseinandersetzung mit der chinesischen Tradition und Kultur und eine ideale Grundlage dem der Theaterform eigenen Streben nach einem harmonischen und ästhetischem Zusammenwirken von Form, Farbe, Bewegung, Musik und Sprache Ausdruck zu verleihen.

 

„Der Kaiser und die Nachtigall“ ist eine Produktion für zwei Spieler, gespielt wird in verdeckter Spielweise, d.h. die Spieler sind als Marionettenführer und Sprecher nicht sichtbar.

Die Inszenierung arbeitet mit Mitteln des klassischen Marionettentheaters. Der Einsatz einer Guckkastenbühne erzeugt ein Überhöhung von Illusion und Räumlichkeit. Neben dem Marionettenspiel kommen in der Inszenierung Elemente des Schattentheaters, Projektionstechnik und eine ausgereifte Lichttechnik zum Einsatz. Das abgestimmte Zusammenspiel von Lichtführung und einer eigens für diese Inszenierung entwickelten Schiebertechnik ermöglicht einen schnellen Bildaufbau und überraschende Bildwechsel auf offener Bühne.

Musikalisch wird die Inszenierung von einer extra für die Produktion in Auftrag gegebenen Komposition von Christine Brückner umrahmt.

Auf Wunsch des Veranstalters besteht die Möglichkeit, eine Aufführung mit instrumentaler Live-Begleitung zu buchen.

 

Literaturtipps:

- für Klassenstufe 5-6: Pole Poppenspäler, eine Novelle von Theodor Storm

 

- für Oberstufe: Über das Marionettentheater, ein Aufsatz von Heinrich von Kleist

                          Geo Epoche - Das Alte China, erschienen bei Gruner + Jahr

 

- Fachliteratur: Märchenbetrachtung und -analyse am Beispiel "Die                        Nachtigall" von Hans Christian Andersen von Susann                        Sulzbach, erschienen bei GRIN Verlag

 

Mitwirkende:

 

Peter Röss (geb. 1958), Schauspieler und Marionettenspieler aus Augsburg war Sprecher und Marionettenspieler bei der Augsburger Puppenkiste. Seit 1995 betreibt er ein Zelttheater und spielt Komödien für Kinder.

 

Christine Brückner (geb. 1967), Diplomkomponistin, lebt in Halstenbek, Studium der Komposition an der Musikhochschule Hamburg. Kompositionen von Christine Brückner kamen an der Klei-nen Szene der Semperoper in Dresden und der Kieler Oper zur Aufführung.

Kompositionen für Musiktheater- und Musiktanztheaterauffüh-rungen in Hamburg.

 

Dorothea Geiger (geb. 1967), Studium der Violine und barocken Violine in Hamburg. Soloauftritte sowie Orchester- und Ensembletätigkeiten in Kirchen, klassischen Konzerten und Theaterproduktionen.

 

Mareike Beinert (geb. 1981)

Studium der Querflöte in Hamburg. Intensive Beschäftigung mit historischer Aufführungspraxis.