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Die Geschichte des Figurentheaters lässt sich in Deutschland bis ins Mittelalter zurückverfolgen. "Figurenspiel" umfasst alles, was sich durch flache oder plastische Figuren, durch direkte oder indirekte Handführung dramatisch gestalten lässt. Dazu gehören von je her neben Handpuppen, Stabpuppen und Schattenfiguren vor allem auch Marionetten.

Die Marionette bezeichnet eine mittels Drähten oder Fäden mit einem Spielkreuz verbundene, von oben geführte, mechanische Figur.

Ab dem 19. Jahrhundert etablierte sich das Marionettentheater zu einer eigenständigen Kunst- und Theaterform, mit eigenen Ausdrucksfähigkeiten und Bewegungsmustern.

Die für das "große" Theater spezifischen Elemente wie Dramaturgie und Bühnentechnik wurden in das Marionettentheater integriert, die Figuren und das Bühnenbild nach künstlerischen Gesichtspunkten gestaltet.

Dem Zuschauer wird die Illusion eines eigenständigen Lebens der Figuren vermittelt, wobei die mechanischen Gesetzmäßigkeiten eine dem Marionettentheater eigene Ästhetik und Ausdruckskraft entwickeln.

Marionettentheater eignet sich besonders für die Dramatisierung phantastischer Stoffe und Märchen. Die scheinbare Überwindung der Schwerkraft und die Darstellung von Tier- und Phantasiefiguren bieten hier besondere, anderen Theaterformen überlegene Möglichkeiten.

Der Bühnenraum ist beim traditionellen Marionettentheater durch einen Guckkasten begrenzt, so dass die Marionettenspieler nicht sichtbar sind.

Eine weitere Form bildet das offen geführte Marionettentheater. Eine offene Spielform bietet dem Zuschauer die Möglichkeit, neben der eigentlich erzählten Geschichte den Prozess der Entstehung der Illusion zu beobachten und ermöglicht darüber hinaus die Kommunikation zwischen Schauspieler und Marionette.

Das Marionettentheater als eigenständige Theaterform nimmt in der heutigen Theater- und Figurentheaterlandschaft eher eine Randposition ein.

Große Bekanntheit erlangte das Marionettentheater in Deutschland in jüngerer Zeit durch die TV Produktionen der Augsburger Puppenkiste.

Für die Entwicklung des Marionettentheaters in der zweiten Hälfte des 20 Jhd. ist vor allem die Leistung von Fritz Herbert Bross (1910-1976) hervorzuheben. Das von F. H. Bross entwickelte Einhandspielkreuz, das eine sehr präzise Marionettenführung ermöglicht und seine Erkenntnisse im Marionettenbau gelten bis heute als richtungsweisend. Die von  F.H. Bross bei den Gerhards Marionetten als Regisseur und Puppenbildner geschaffenen Marionettenspiele sind für die Weiterentwicklung der technischen und künstlerischen Möglichkeiten des Marionettenspiels bedeutsam.

 

Literaturtipps zum Thema Marionettentheater:

Pole Poppenspäler eine Novelle von Theodor Storm

Über das Marionettentheater ein Aufsatz von Heinrich von Kleist